Mecum-projekt

MECUM: Ethik und Ästhetik im Notizbuch

Wenn ein Konsumprodukt ein tägliches Mittel der Umweltethik im Dienste des Menschen und des Planeten werden kann.

Zu Beginn steht ein Notizbuch.

Wir befinden uns im digitalen Zeitalter, umgeben von technologischen Geräten, und dennoch können wir dem Charme eines Blattes Papier nicht widerstehen. Um unsere Gedanken zu schreiben, sind wir immer noch geneigt, ein Notizbuch zu benutzen: wir wie Leonardo, Einstein, Hemingway, Leopardi, Heidegger. Das liegt daran, dass Computer sehr nützlich sind, aber wenn wir ein Gefühl oder einen Gedanken für immer behalten wollen, müssen wir es einem Blatt Papier anvertrauen! Wir schreiben unsere eigenen Geschichten. Geschichten, die über uns und die Landschaft um uns herum sprechen, die aus Dingen, Natur, Menschen besteht. Wir berühren das rezyklierte, stoffliche, vollmundige Papier, und es ist, als würde man an den Fingern eine Spur von der konkreten, natürlichen Welt wahrnehmen. Im Recyclingpapier finden wir die Form einer möglichen und gesunden Beziehung zwischen dem Menschen Recyclingpapier, Strohpapier, Leder: Die durch das Recycling von "Abfall" entstehenden Materialien sind die tägliche Anwendung dieser Philosophie, die darauf abzielt, den menschlichen Abfall zu reduzieren und eine gesunde Verbindung zwischen uns und der natürlichen Welt zu fördern. Das ist auch der Sinn einer Maxime von Francis Bacon, "Dorthin gehen, wo die Natur uns hinführt”, die Arbos vor 30 Jahren zu Beginn seines ersten Katalogs zusammengestellt hat. Durch Beobachten, Berühren und Benutzen eines Arbos-Notizbuches können Sie all dies "hören". Vor allem, wenn es auch, wie es ist, ein schönes Objekt ist. Es ist in der Tat natürlich, nach einem schönen Produkt zu suchen, um das zu sammeln, was uns wichtig ist. In gewisser Weise regt die Schönheit des Objekts in uns die Schaffung von etwas an, das gleichermaßen gültig ist. Die eigentliche und ästhetische Qualität eines Notizbuches (Liebe zum Detail, Farbe, Weichheit der Berührung) kann so zu einem Mittel für eine ethische Entscheidung werden, ein Verhalten, das wir uns jeden Tag, jedes Mal, wenn wir einen Stift oder Bleistift in die Hand nehmen und diese Geste machen, genauso wie Tausende von Jahren: Schreiben.

Warum MECUM

Das Projekt MECUM entstand mit dem Ziel, eine Typologie von Notizbüchern als agile Schreibgeräte anzubieten, die auf die wachsende ökologische Sensibilität des modernen Menschen reagieren können. Zeitgenössische Notizbücher, aber Träger alter Werte: ausgehend vom Namen selbst. Mecum kommt aus dem Lateinischen cum me: es bezieht sich auf etwas, das man immer bei sich trägt. Der Ausdruck ist dem berühmten Satz entnommen, den der griechische Philosoph Stilpone (IV. Jh. v. Chr.) Demetrius dem Poliorcete sagte, der gerade die Stadt Megara erobert und zerstört hatte. Er fragte den Philosophen, warum er aus der Stadt wegzieht, ohne etwas mitzunehmen. "Omnia mea mecum porto", (Alles, was mir gehört, bringe ich mit), erwiderte Stilpone. Nichts Besseres als diese Worte können definieren, wie viele heute, durch Wahl oder Notwendigkeit, "sich auf den Weg machen", indem sie nur ihr eigenes Wissen, den Wunsch zu wissen, den Wunsch zu tun mitbringen.

MECUMdraft: von Bodoni zu den Makers

MECUMdraft ist in erster Linie eine Hommage an den großen Italiener Giovanni Bodoni (1740-1813), der als der raffinierteste und genialste Typograf aller Zeiten gilt. In über 40 Jahren Tätigkeit seiner Königlichen Druckerei in Parma konnte er jene ästhetischen Prinzipien entwickeln, die bis heute die Perfektion, Harmonie und Schönheit einer gedruckten Seite bestimmen. Sein "Typographisches Handbuch" ist ein Werk, das Grafiker und Designer nur zu gut kennen. Aber das bemerkenswerteste Vermächtnis, das Bodoni uns hinterlassen hat, ist zweifellos der typografische Charakter, den er geschaffen hat: die "Bodoni". Die "Bodoni" war nicht nur eine Figur, sondern ein "Stil", der ab dem Jahr 700 die gesamte Geschichte der Grafik bis ins heutige digitale Zeitalter geprägt hat. Apple-Gründer Steve Jobs sagte, er sei so fasziniert von der Schönheit der Bodoni, dass er dies in der ersten Version des Macintosh einführte.

MECUMdraft ehrt Bodoni mit seinem eigenen Charakter, vor allem aber mit der Technik, die der große Typograf erfunden hat und die ihm seinen Namen gab: die "bodonische Bindung". Charakteristisch und unverwechselbar, ist die bodonische Bindung von MECUMdraft ein Synonym für Handwerkskunst. Das Nähen der Akten (Einbände), die unter der Leinwand auf der Rückseite des Notizbuches zu erkennen sind, bezieht sich auf die alte Arbeit der Meisterbinder. Obwohl dies jetzt mechanisch geschieht, ist der Nähvorgang der Feilen im Wesentlichen derselbe wie vor Jahrhunderten! Die bodonische Bindung von MECUMdraft drückt all ihren Wert in der Möglichkeit aus, "maßgeschneiderte" Versionen des Notizbuches zu realisieren: die Gestaltung des Umschlags mit verschiedenen Materialien oder die Individualisierung mit Lasergravur oder Digitaldruck. MECUMdraft stimuliert die Kreativität: Statt eines anonymen oder standardisierten Produkts kann ein einzigartiges Notizbuch erstellt werden. Einzigartig wie jeder von uns!

4 Artikel gefunden

1 - 4 von 4 Artikel(n)